Klinikum Darmstadt - Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg-Mannheim




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Entstehung des Klinikums Darmstadt

Standort Eberstadt

Die bauliche Entwicklung auf dem Areal Eberstadt vollzog sich in zwei großen Bauabschnitten, die über ein halbes Jahrhundert auseinanderliegen.

1915 wurden die ersten Gebäude errichtet, die zunächst Heil- und Pflegeanstalt waren. Eine erste Nutzung des Areals Eberstadt durch die Städtischen Kliniken Darmstadt ergab sich auf Grund der Notlage durch den 2. Weltkrieg.

In der Brandnacht in Darmstadt vom 11. auf den 12. September 1944 wurden die "Städtischen Krankenanstalten" (damalige Bezeichnung), angesiedelt in der Grafenstraße, völlig zerstört. Es blieb kein Krankenbett erhalten.

Die Patienten wurden verlegt nach:

  • der damaligen Landes-, Heil- und Pflegeanstalt Philippshospital Goddelau,
  • Rheinhessen und vielen sonstigen Krankenhäusern der weiteren Umgebung,
  • Nieder-Ramstädter-Heime und in das
  • Ausweichkrankenhaus Einsiedel bei Messel

Weitere Ausweichmöglichkeiten konnten geschaffen werden, z.T. allerdings erst nach der Kapitulation und nachdem diese Häuser von Wehrmacht und Besatzungsmacht freigegeben waren.

Das ehemalige Landes-Alters- und Pflegeheim Darmstadt-Eberstadt war während des Krieges als Reservelazarett in Anspruch genommen. Es gelang dem ersten Darmstädter Oberbürgermeister nach dem Kriege, Staatsminister Metzger, mit Zustimmung der Regierung des Landes Hessen und der amerikanischen Besatzungsmacht, diese Anstalt für Krankenhauszwecke der Stadt Darmstadt zu erhalten.

Bereits 1946 war in der Eleonorenschule in Darmstadt-Eberstadt eine Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten mit insgesamt 135 Betten eingerichtet worden.

Im Februar 1947 wurde die Chirurgische Klinik im Teilkrankenhaus Eberstadt - wie dieser Bereich von nun an hieß - eröffnet. Diese späte Eröffnung war die Folge der Bau- und Versorgungsschwierigkeiten der damaligen Zeit, die die notwendigen Instandsetzungen, Ein- und Umbauten entsprechend verzögerten. Auch nach der Eröffnung ließ die Kohlenknappheit lange Zeit keine volle Ausnutzung zu. Diese eigene Einrichtung wurde vorerst nur pacht- und mietweise genutzt.

Die Chirurgische Klinik wurde 1961 wieder in die Grafenstraße verlegt. Rund 190 Betten standen in der Chirurgischen Klinik zur Verfügung.

Auf Grund des Mietvertrages mit dem ehemaligen Landes-Alters- und Pflegeheim Darmstadt-Eberstadt wurden neben den Gebäuden auch rund 70 Patienten dieses Heimes von den Krankenanstalten mit übernommen. Diese Heimpatienten machten sich im Rahmen ihrer Kräfte - meist als halbe Arbeitskräfte - im Bereich der Krankenwirtschaft nützlich. Die Betreuung der Heimpatienten wurde im Laufe der Jahre in Rahmen einer besonderen Abteilung der halboffenen Fürsorge von der Stadt Darmstadt erfüllt. Die Verwaltung der Einrichtung verblieb bei den Städtischen Krankenanstalten.

1948 erfolgte die Verlegung der Infektionsabteilung Einsiedel und der Rekonvaleszentenabteilung Seeheim in den Nordbau des Teilkrankenhauses Eberstadt. Ziel blieb auch hier die Verlegung nach der Grafenstraße.

Ab 1949 entwickelte sich in der Grafenstraße eine lebhafte Wiederaufbautätigkeit.

1949 und 1950 wurde die Infektionsabteilung und Rekonvaleszentenabteilung der Medizinischen Klinik wurden vom Teilkrankenhaus Eberstadt in die Grafenstraße verlegt.

Im Juni 1950 erfolgte die Verlegung der Hautklinik von dem dringend für Schulzwecke benötigten Gebäude der Eleonorenschule in Darmstadt-Eberstadt in den Nordbau des Teilkrankenhaus Eberstadt.

Durch den Umzug der Chirurgischen Klinik in den Neubau Grafenstraße im Spätherbst 1961 wurden die Räume im Teilkrankenhaus Eberstadt für die Errichtung einer Angiologischen Abteilung frei. Es befand sich bis dahin bereits im Bereich der Medizinischen Klinik eine besondere Angiologische Abteilung, die aber nicht ausreichte, um allen an sie gestellten Anforderungen zu genügen.

1962 gelangte das Areal Eberstadt in den Besitz der Stadt Darmstadt.

Ab 1968 wurde in Darmstadt-Eberstadt die Bautätigkeit neu aufgenommen. In diesem 2. Bauabschnitt entstanden neben den bereits aus dem Jahre 1915 bestehenden Gebäuden:

  • die Betriebsgebäude - 1968
  • die Pforte - 1968
  • die Zentralwäscherei - 1970
  • die Kinderklinik, die bis zu diesem Zeitpunkt in der Grafenstraße untergebracht war - 1975
  • Pavillon Augenklinik - 1978
  • Pavillon HNO-Klinik - 1977




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