Bei entsprechender Indikation werden in unserer Abteilung neben reinen Metall-Stents („Bare Metal Stents“) auch Medikamente freisetzende Stents („DES“) implantiert.
Stents sind kleine Metallgitterröhrchen, die in der Kardiologie eingesetzt werden, um verstopfte oder verengte Gefäße dauerhaft zu weiten und damit den Gefäßdurchmesser zu vergrößern und ein Zusammenfallen des Gefäßes oder einen plötzlichen Wiederverschluss zu verhindern.
Leider können auch Stents eine Re-Stenose nicht vollständig verhindern. Bei 20 bis 30 Prozent aller Patienten tritt in der Regel innerhalb von 6 Monaten nach Eingriff eine Re-Stenose auf. Risikopatienten, wie z. B. Diabetiker, Patienten mit kleinen Gefäßen oder langstreckigen Verengungen, haben sogar ein Risiko von bis zu 70 Prozent. Aus diesem Grund wird die Re-Stenose auch häufig als die Achillesferse der Ballonangioplastie bezeichnet.
Tritt eine behandlungsbedürftige Re-Stenose auf, wird diese Verengung erneut mit einem Ballon aufgedehnt. Allerdings ist dann die Wahrscheinlichkeit einer nochmaligen Wiederverengung sehr hoch. Alternativen hierzu sind die Bypass-Operation oder die Behandlung mittels intrakoronarer Strahlentherapie (Brachytherapie); ein sehr aufwendiges Verfahren, bei dem ein radioaktiver Draht kurzzeitig in das Gefäß eingeführt wird.
Ursache für eine Re-Stenose nach Stentimplantation ist eine überschießende Vermehrung von Zellen in der Gefäßwand. Diese wuchern durch die Streben des Stents und verengen das Gefäß somit erneut. Eine Reihe von Medikamenten wurden entdeckt, die eine solche Zellproliferation verhindern können. Es erwies sich lange Zeit als äußert schwierig, eine wirksame und verträgliche Dosis dieser Medikamente an den Ort des Geschehens zu bringen.
Die neuartigen Stents (DES, Drug Eluting Stent, „Medikamenten freisetzender Stent“ genannt, besitzen eine Beschichtung, in die der Wirkstoff eingelassen wird (z.B. Sirolimus, Paclitaxel etc.). Über mehrere Wochen hinweg wird das Medikament an das umliegende Gewebe abgegeben. Dort verhindert der Wirkstoff die Zellteilung und damit die Vermehrung der Gefäßmuskelzellen.
Seine Effektivität hat die neue Stentgeneration in mehreren Studien bewiesen (RAVEL-Studie, SIRIUS-Studie).
In unserer Klinik werden die neuartigen medikamentfreisetzenden Stents (DES) auch im Rahmen der Wiedereröffnung chronischer koronarverschlüße (CTO) eingesetzt.
Diese Interventionen werden in unserer Klinik nahezu täglich mit gutem Erfolg (87%) durchgeführt.Unsere Ergebnisse diesbezüglich werden auf internationelen Kongressen (z.B. ESC, ACC u.a.) vorgestellt.
Als neue Technik wird derzeit die Restenoserate der Kombination Baremetalstent und Drugeluting Balloon (PEPCAD – Studie), bei der ein Paclitaxel beschichteter Ballon nach Baremetalstentimplantation das Medikament in diesem Bereich freisetzt, untersucht.