Klinikum Darmstadt - Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg-Mannheim


Anaesthesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie

Grafenstraße 9
64283 Darmstadt

Telefon: 06151-107 6276
Fax:      06151-107 8359
anaesthesieambulanz@klinikum-darmstadt.de



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Ärtzliche Informationen - Schwerpunkte

Anästhesie

Das Institut für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin ist für die anästhesiologische Betreuung der Patienten der Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Urologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde, Dermatologie, interventionellen und diagnostischen Radiologie sowie der Radioonkologie zuständig. Es werden jährlich circa 12.500 Anästhesien bei Patienten aller Risikoklassen durchgeführt.

Alle Anästhesiearbeitsplätze sind mit modernen, zur Low-Flow-Technik geeigneten, Narkosegeräten sowie Patientenmonitoren mit der Möglichkeit zum invasiven Kreislaufmonitoring und zur kontinuierlichen ST-Segmentanalyse ausgerüstet. Für kardiale Hochrisikopatienten steht ein eigenes transösophageales Echokardiographiegerät zur Verfügung.
Alle modernen Anästhesieverfahren kommen zur Anwendung: balancierte Anästhesie mit modernen Inhalationsanästhetika in Low-Flow-Technik, TIVA, rückenmarknahe Regionalanästhesie (SPA, PDA), periphere Nervenblockaden der oberen und unteren Extremität sowie Kombinationsverfahren aus Allgemein- und Regionalanästhesie (thorakale PDA, periphere Nervenblockaden mit Kathetertechnik). Bei peripheren Regionalanästhesieverfahren kommt - wenn immer indiziert - die Kathetertechnik zur postoperativen Analgesie zur Anwendung. Für die kontinuierliche postoperative Betreuung der Analgesiekatheter ist der Akutschmerzdienst (ASD) des Instituts zuständig.

Die anästhesiologische Patientenevaluation sowie konsiliarische Untersuchungen ambulanter, prästationärer und stationärer Patienten werden von der Anästhesieambulanz übernommen.
Standard Operating Procedures (SOPs), die im Intranet des Klinikums jederzeit und an allen Arbeitsplätzen zur Verfügung, sind für die meisten Maßnahmen im Rahmen der perioperativen Patientenbetreuung (z.B. präoperative Evaluation des kardiovaskulären Risikopatienten, perioperative Transfusion) sowie die Anästhesieverfahren bei den häufigsten Operationen erstellt.

Anästhesiologische Intensivstation - Station 29
Interdisziplinäre operative Intensivmedizin

Die Intensivstation bietet auf neun Behandlungsplätzen (inklusive einem Isolierzimmer) alle Möglichkeiten zur Behandlung kritisch kranker Patienten. Die Behandlungsplätze sind zum invasiven Kreislaufmonitoring sowie zur invasiven und nicht-invasiven Beatmung eingerichtet. Aufgrund des interdisziplinären Charakters wird auf unserer Station ein breites Spektrum von operativen und nichtoperativen intensivpflichtigen Patienten behandelt. Schwerpunkte liegen in der Intensivtherapie nach großen operativen Eingriffen und Notfalloperationen, in der Behandlung von Schwerverletzten und von Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen, in der Therapie der Sepsis sowie in der Behandlung von Patienten mit akuter respiratorischer Insuffizienz (ALI/ARDS) und Nierenversagen.

Jährlich werden circa 450 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren und einem mittleren APACHE II Score von 22 Punkten auf unserer Station behandelt. Die mittlere Liegedauer beträt z. Z. 6,3 Tage. Pro Jahr werden 2800 Pflegetage erbracht, darunter 1850 Tage mit Beatmung (66%) und 200 Tage mit extrakorporalen Nierenersatzverfahren (7%). Der hohe Pflegeaufwand spiegelt sich in dem mittleren TISS-Score von 35 Punkten/Patient wieder.

Das Behandlungsteam

Um eine optimale Versorgung der Patienten zu gewährleisten, arbeiten Ärzte und Pflegekräfte im Schichtbetrieb eng zusammen. Das Ärzteteam besteht aus vier Stationsärzten, von denen je einer die Tag- und Nachtschicht besetzt, und einem Stationsoberarzt, der tagsüber immer auf Station anwesend ist.
Prof. Welte hat neben der Ermächtigung zur Ausbildung von Assistenten zum Facharzt für Anästhesie auch die Ermächtigung, Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung „Spezielle anästhesiologische Intensivmedizin“ auszubilden.

Das Pflegeteam besteht aus 34 Fachkräften, von denen die meisten eine qualifizierte Weiterbildung für Anästhesie und Intensivmedizin absolviert haben.
Das Team der Intensivstation ist auch für alle vital bedrohlichen Notfälle auf dem Gelände des Klinikums zuständig (sog. „Herzalarm“).

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Täglich finden Visiten mit den mitbehandelnden operativen Kollegen statt; dies ermöglicht einen guten Informationsaustausch und ggf. eine schnelle Therapieentscheidung im Sinne des kritisch kranken Patienten.

Gemeinsam mit Prof. Welte, dem Stationsoberarzt und dem Stationsarzt der Intensivstation findet täglich eine Lehrvisite statt.
Durch die enge Kooperation mit dem Institut für Radiologie ist es jederzeit möglich auch bei beatmeten Patienten eine CT, MRT oder Angiographie durchzuführen.

Regelmäßig finden gemeinsamen Visite mit Kollegen aus der mikrobiologischen Abteilung des Instituts für Labormedizin (Direktor Priv.-Doz. Dr. Y. Schmitt) statt, bei denen infektiologische Problemfälle besprochen werden. In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Krankenhaus- und Umwelthygiene (Leiter Dr. med. Thieves) und dem Institut für Labormedizin (Direktor Priv.-Doz. Dr. Y. Schmitt) wird ein Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS-System) geführt, das die optimale Anpassung der antimikrobiellen Therapie an das lokale Keimspektrum ermöglicht.

Intensivtherapeutische Verfahren

Im Rahmen der intensivmedizinischen Behandlung kommen u. a. die im Folgenden genannten Verfahren zum Einsatz:

  • differenzierte Beatmungskonzepte
  • nicht-invasive Beatmungsverfahren (Maske, Helm)
  • kinetische Therapie
  • diagnostische und therapeutische Bronchoskopie
  • perkutane Dilatationstracheotomie
  • erweitertes hämodynamisches Monitoring (PiCCOâ, transösophageale Echokardiographie (TEE), Pulmonalarterienkatheter)
  • kontinuierliche und intermittierende (in Zusammenarbeit mit der Med. Klinik Klinik III, Direktor Prof. Dr. med. Riegel) Nierenersatztherapie
  • Monitoring des intrakraniellen Drucks (intraparenchymatöse Messung)
  • bedarfsadaptierte Analgosedierung
  • differenzierte Ernährungskonzepte unter Bevorzugung des frühen enteralen Kostaufbaus
  • Point-of-Care Analyse der wichtigsten Laborparameter (Elektrolyte, Laktat, Glucose, Blutgasanalyse und Hb-Wert)
  • regelmäßige Physiotherapie und ggf. Lymphdrainage

Für die meisten Therapiekonzepte wurden aktuelle Leitlinien (Standard Operating Procedures, SOP) erstellt, die auf Station jederzeit eingesehen werden können.

Schmerztherapie

Das Institut für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin verfügt über einen Akutschmerzdienst (ASD) und eine Schmerzambulanz.
Aufgabe des ASD ist die Gewährleistung einer adäquaten analgetischen Versorgung postoperativer Patienten. Hauptaufgabe ist die Betreuung der jährlich circa 600 Periduralkatheter sowie der zunehmend angewandten peripheren Analgesiekatheter. Darüber hinaus wird konsiliarisch bei Patienten ohne Analgesiekatheter die analgetische Therapie optimiert.

In der Schmerzambulanz werden von Kollegen mit der Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie Patienten mit chronischen Schmerzleiden und Tumorschmerzen behandelt. Konsiliarisch werden Schmerzbehandlungen bei Patienten anderer Klinen des Klinikums durchgeführt. Monatlich findet in Zusammenarbeit mit Psychologen eine interdisziplinäre Schmerzkonferenz statt.

Notfallmedizin

Im Bereich der Notfallmedizin besteht eine enge Kooperation mit dem Institut für Notfallmedizin des Klinikums. Regelmäßig nehmen erfahrene Ärzte der Anästhesie am Notarztdienst teil.
Die Erstversorgung lebensbedrohlicher Notfälle auf dem Gelände des Klinikums („Reanimationsdienst“) wird von speziell geschulten Ärzten und Pflegekräften der anästhesiologischen Intensivstation gewährleistet


Weiter: Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen



Zusatzinfos, nützliche Links



Weitere Informationen

Lageplan

Anfahrthinweise

Ambulanzen

Anästhesieambulanz

Schmerzambulanz

Leitung

Direktor:
Prof. Dr. med. Martin Welte
Tel. 06151-107 6251