Inhaltsbereich dieser Seite:
30.05.2006
Zwei ausgebildete Stillexpertinnen beraten Mütter und ihre Babys
In der Frauenklinik des Klinikums Darmstadt stehen jetzt zwei ausgebildete Laktationsberaterinnen Müttern und ihren Neugeborenen mit Rat und Tat zur Seite, um einen guten Stillstart zu gewährleisten.
Stillen ist das Beste fürs Baby - diese Tatsache ist allgemein bekannt. Deshalb kommen auch über 90 Prozent der werdenden Mütter zur Geburt mit dem Vorsatz in die Klinik, ihr Kind mit Muttermilch zu ernähren, schätzen die Laktationsberaterinnen Andrea Kraft und Susanne Jung. Doch die Quote derer, die innerhalb der ersten vier Wochen nach der Entbindung unfreiwillig wieder abstillen, ist ebenfalls hoch. „Stillen ist ein Lernprozess für Mutter und Kind, die Stillbeziehung muss sich erst entwickeln", weiß Kinderkrankenschwester Andrea Kraft. Auf einen optimalen Start legt sie deshalb größten Wert.
Um den zu gewährleisten, empfehlen die Stillberaterinnen eigentlich schon den Besuch eines Stillvorbereitungskurses in der Schwangerschaft. „Hier klären wir die werdenden Mütter zum einen über die Vorteile des Stillen auf, zum anderen vermitteln wir auch ganz praktisches Wissen zum Beispiel über die unterschiedlichen Stillpositionen, richtiges Anlegen oder Zufüttermöglichkeiten. Wir sprechen aber auch über die Veränderungen, die das Leben mit einem Stillkind mit sich bringt - beispielsweise ein veränderter Tagesablauf - und geben viele nützliche Tipps", so Andrea Kraft, die solche Kurse in Kooperation mit der Familienbildungsstätte in Darmstadt anbietet.
Doch auch wer im Vorfeld keinen Kurs besucht hat, hat gute Chancen, erfolgreich zu stillen - vorausgesetzt, in den ersten drei Tage nach der Entbindung finden Mutter und Kind optimale Bedingungen vor. Darin, dieses stillfreundliche Umfeld zu schaffen, sehen Andrea Kraft und Susanne Jung ihre Hauptaufgabe: „Das erste Anlegen des Babys erfolgt noch im Kreißsaal durch die Hebamme, danach kümmern wir uns intensiv um Mutter und Kind. Wir sorgen dafür, dass das Baby häufig genug angelegt wird, richtig und kräftig saugt und so die Milchbildung optimal unterstützt wird." Läuft alles gut, ist die Arbeit der Stillberaterinnen lediglich unterstützend und präventiv. Kommt es aber doch einmal zu echten Problemen wie beispielsweise einer entzündeten Brust, greifen die Beraterinnen mit sanften Mitteln ein - immer mit dem Ziel, das Problem zu überwinden und das Stillen fortzuführen.
In ihren Gesprächen auf der Mutter-Kind-Station leisten die beiden Laktationsberaterinnen auch viel Aufklärungsarbeit: „Über das Thema Stillen ist viel Falschwissen im Umlauf." Das liegt unter anderem daran, dass in Deutschland mehrere „Stillgenerationen" fehlen, denn in den 50er, 60er und 70er Jahren herrschte ein Trend zur Fertignahrung, stillende Mütter waren die Ausnahme. Erst in den 80ern kehrte sich das Verhältnis langsam wieder um – ein Trend, der bis heute anhält.
Eine ihrer Aufgaben sehen Jung und Kraft auch darin, die Mütter zum Rooming-in zu ermutigen: „Ein Neugeborenes fühlt sich in der Nähe der Mutter am sichersten und es gelingt ihm hier am besten, sich an die neuen Lebensbedingungen zu gewöhnen. Auch für das so genannte ‚Bonding’, den Bindung stiftenden (Haut-)Kontakt zwischen Mutter und Kind, ist die permanente Nähe sehr wichtig und Stillen eine hervorragenden Grundlage", so Jung.
Andrea Kraft und Susanne Jung haben beide die Zusatzausbildung zur Laktationsberaterin absolviert und sich hierbei in 190 Stunden Unterricht aktuelles Fachwissen zum Thema Stillen und Milchbildung angeeignet. Hinzu kamen ein Praktikum, Hospitationen in Stillgruppen, der Nachweis von mindestens 2000 Stunden stillberatender Tätigkeit, das Verfassen einer Facharbeit und eine Abschlussprüfung. „In der normalen Pflegeausbildung wird das Thema Stillen nur am Rande behandelt. Deshalb halte ich es für sehr wichtig, dass auf Mutter-Kind-Stationen auch speziell ausgebildete Stillexpertinnen tätig sind", erklärt Vera Lux, Pflegedirektorin des Klinikums Darmstadt.
Hotline
Treten nach dem Klinikaufenthalt Probleme beim Stillen auf, steht den Müttern rund um die Uhr die Klinik-Hotline 06151/107-6169 zur Verfügung.
Infokasten: Stillen
Muttermilch ist die optimale Ernährung fürs Kind. Das liegt zum einen daran, dass der Verdauungstrakt des Neugeborenen noch unreif ist. Muttermilch ist optimal auf die eingeschränkten Verdauungsmöglichkeiten abgestimmt und deshalb sehr gut bekömmlich. Zum anderen enthält die Muttermilch Stoffe, die wichtig für den Aufbau eines funktionierenden Immunschutzes des Babys sind. Bereits der erste Schluck wirkt wie eine „Impfung", durch die das Kind mit Abwehrstoffen versorgt wird, die es selbst noch nicht bilden kann.
Darüber hinaus begünstigt das Stillen das Wachstum und die neurologische Entwicklung, verbessert das Sehvermögen und wirkt sich positiv auf die Zahn- und Kieferentwicklung aus. Gestillte Kinder tragen auch ein geringeres Risiko, an Durchfall, Atem- und Harnwegsinfektionen oder Mittelohrentzündungen zu erkranken. Auch das Allergie-Risiko ist nachweislich geringer.
Doch auch für die Mutter bietet diese natürliche Ernährung einige Vorteile: Der Hormonhaushalt wird günstig beeinflusst, die Gebärmutterrückbildung verläuft schneller, das Risiko, später einmal an Krebs oder Osteoporose zu erkranken, sinkt, und die durch die Schwangerschaft dazu gekommenen Pfunde purzeln schneller wieder.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, Babys mindestens die ersten sechs Monate voll zu stillen.
Zusatzinfos, nützliche Links
Weitere Informationen
Pressekontakt
Klinikum Darmstadt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Grafenstraße 9
64283 Darmstadt

Isolde Debus-Spangenberg
Leiterin für Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 06151 - 107 6709
Fax 06151 - 107 5009
isolde.debus-spangenberg@klinikum-darmstadt.de

Inka Weber
Referentin für Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 06151 - 107 6727
Fax 06151 - 107 5009
inka.weber@mail.klinikum-darmstadt.de

Carolin Schüttau
Assistentin für Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 06151 - 107 6748
Fax 06151 - 107 5009
carolin.schuettau@mail.klinikum-darmstadt.de




